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Königspython (python regius) - Gruppenhaltung ist möglich, aber nicht ratsam

Python regius in Gruppenhaltung im Terrarium

Wer sich gleich für mehrere Tiere entscheidet, fragt sich oft, ob man Königspythons dauerhaft vergesellschaften kann oder nicht. Es ist Fakt, dass der Python regius ein Einzelgänger ist, der sich nur zu Paarungszeiten nach Artgenossen umschaut und auch hier nur nach denen, des anderen Geschlechts. Gruppenhaltung bedeutet in erster Linie Stress für die Tiere, Stress, den man durch Einzelhaltung vermeiden könnte.


Prinzipiell ist eine Haltung von 2 oder mehreren Python regius in einem Terrarium möglich, allerdings sollte man hier einige Dinge beachten. Zuallererst wirkt sich jedes weitere Tier natürlich auf die Grundfläche des Terrariums aus, denn mehr Tiere brauchen auch mehr Platz. Nach BNA Richtlinien sollen für jedes weitere Tier 20% mehr Volumen (L/B/H) angeboten werden. Dies sollte – unserer Meinung nach – zumindest bei der Grundfläche (Länge x Breite) auch Anwendung finden. Für ein temporäres Zusammensetzen, wie z.B. bei einer Paarung, ist dies nicht notwendig .


Die Gruppenhaltung wirkt sich auch nachteilig auf die Buchführung aus. Bei der Häutung mag das vielleicht noch gehen, dass man die Tiere gut auseinander halten kann. Für eine gewissenhafte Buchführung allerdings sind andere Ereignisse, wie z.B. das Koten, nicht eindeutig zuweisbar. Man mag der Meinung sein, dass man nicht alles aufschreiben muss, aber zur Vorbeugung und vor allem zur Früherkennung von Krankheiten ist sind diese Infos sehr wertvoll. Apropos Krankheiten: durch mehrere Tiere in einem Terrarium steigt die Gefahr einer Ansteckung weiterer Tiere unweigerlich an, was spätestens beim Tierarzt zu Mehrkosten führen kann.

Die Zusammenstellung der Python regius Gruppe

Bei der Gruppenhaltung von Python regius sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass die Gruppe überwiegend aus Weibchen besteht. Generell kann man auch einen männlichen Königspython zur Gruppe setzen, dabei sollte es jedoch auch bleiben. Bei mehreren Männchen wird es – bei Anwesenheit eines Weibchens – unweigerlich zu Kommentkämpfen kommen. Dies ist bei Königspythons zwar physisch nicht weiter schlimm, da sich Python regius nicht beißen oder würgen, allerdings wird es – wie bei Kämpfen üblich – einen Verlierer geben. Dies stellt in jedem Fall einen psychischen Druck dar, der bei diesen empfindlichen Schlangen entsprechend vermieden werden sollte. Kurz gesagt: Die Gruppenzusammenstellung sollte im Idealfall 0.x bzw. 1.x sein (max. 1 Männchen bei beliebig Weibchen).

Aufgepasst: Fütterungen von Königspython-Gruppen und Futterneid

Königspython Gruppe im Glasterrarium

Die Fütterung kann beim Königspython auch ohne Gruppenhaltung schon so eine Sache sein, aber besondere Vorsicht muss man bei mehreren Tieren in jedem Fall walten lassen. Auch wenn es richtigen Futterneid in der Schlangenwelt nicht gibt, so kann es dennoch – instinktiv bedingt - zu schweren Verletzungen kommen. Man stelle sich vor, dass 2 Python regius gleichzeitig nach einem Futtertier schnappen und sich ineinander verbeißen. Ein denkbar unschönes Szenario. Um dies gänzlich zu vermeiden – und wenn es der Regius zulässt – ist es ratsam in einem separaten Behälter zu füttern, also quasi das Tier aus dem Terrarium zur Fütterung zu entnehmen. Das macht gewiss nicht jeder Königspython mit, wäre aber – bei Gruppenhaltung – das Idealszenario.


Wenn eine Fütterung außerhalb des gewohnten Bereichs der Schlange nicht möglich ist, so sollte man unbedingt darauf achten, dass nie mehr als ein Python regius in Reichweite des Futtertiers ist. Das klingt wahrscheinlich leichter als es tatsächlich ist, aber mit ein bisschen Übung ist das machbar.


Die Fütterung neben einem Königspython der gerade ein Futtertier geschlagen hat würgt ist in der Regel unproblematisch. Wer auf Nummer sicher gehen will kann den würgenden Python auch ein wenig auf die Seite legen.

Paarungsverhalten in der Gruppe: Keine Selbstverständlichkeit

Paarungsversuch von 2 Königspython in Gruppenhaltung

Wer denkt, dass in heterogenen Gruppen (Männchen + min. 1 Weibchen) die Natur einfach so ihren Lauf nimmt, der täuscht sich … es sind ja keine Karnickel. Gerade wenn die Gruppe schon sehr lange miteinander lebt ist eine Paarung ohne Hilfe sehr unwahrscheinlich. Neben der üblichen nächtlichen Abkühlung im Winter muss man gerade dem Männchen einen gewissen Anreiz geben sich für das Weibchen zu interessieren. Dies kann man am einfachsten durch den Geruch eines weiteren Männchens machen. Durch die Rivalität der männlichen Düfte entsteht rasch das, was man beim Menschen als „Torschlusspanik“ bezeichnet und die „Nächstbeste“ ist es dann.


Statt einem lebenden Männchen kann man – um Kommentkämpfe zu vermeiden – auch die frische Haut eines anderen Männchens ins Terrarium legen. Der intensive Geruch ist völlig ausreichend und außerdem auch ungefährlich für alle Beteiligten.


Wer gänzlich Paarungen vermeiden will muss also eigentlich nichts berücksichtigen. Um auf Nummer sicher zu gehen kann man allerdings auf die Simulation des afrikanischen Winters (Temperaturabsenkung der Nacht) verzichten.

Kombination mit anderen Arten und Gattungen

Kurz gesagt: Bitte nicht. Eine Haltung von Königspython mit einer anderen Schlangenart ist absolut nicht sinnvoll. Zum einen wird es schwierig eine Art oder Gattung zu finden, die die gleichen Haltungsparameter und Klimabedingungen wie der Python regius hat, zum anderen würden sich diese in – global gesehen - freier Wildbahn niemals treffen.