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Pflege des Königspython (Python regius)

Axanthic Königspython Jungtier Nahaufnahme

Wie jedes Tier bedarf es beim Python regius einer gewissen Pflege. Bei der Pflege eines Python regius möchten wir auf die regelmäßig wiederkehrenden Bedürfnisse eingehen um die besten Voraussetzungen – neben Haltungsparametern - für ein gesundes und erfülltes Leben der Schlange zu sorgen.


Grundsätzlich ist der regelmäßige Bedarf des Königspython relativ schnell befriedigt: warm, mäßig feucht, Versteck, frisches Wasser und Ruhe. Viel Ruhe. Im Vergleich zu einem Hund, der Gassi gehen, spielen und auch sonst viel Aufmerksamkeit braucht, ein Kinderspiel … sollte man meinen. Gut, der Vergleich ist – offen gesagt – nicht ganz fair, aber bezogen auf die Pflege der Tiere durchaus möglich.


Frischwasser und tägliche Kontrolle

Wasserschalen für Reptilien und andere Tiere

Zu den täglichen – und damit mit Abstand häufigsten – Aufgaben zur Pflege des Python regius gehört der Wasserwechsel. In jedem Terrarium oder Rackschublade sollte täglich – spätestens jedoch alle 2 Tage – das Wasser ausgewechselt werden. Gerade wenn das Wasser schon länger „stand“ merkt man oftmals dünne, farblose schleimige Rückstände am Boden der Wasserschale. Wir achten beim Befüllen der Wasserschalen auch darauf, dass wir kurz mit dem Finger eventuelle Rückstände direkt mit entfernen. Ob man hier nun warmes oder kaltes Wasser nimmt ist eigentlich egal, jedoch bevorzugen wir lauwarmes Wasser zur leichteren Reinigung der Näpfe.


Bei jedem Wasserwechsel sollte man das Tier auch begutachten. Dabei sollte man darauf achten, ob sich die Schlange normal verhält. Hierzu gehören beispielsweise – je nach Tageszeit – ein neugieriger Blick und bei Bewegung auch das typische züngeln. Rein äußerlich sollte der Königspython gesund aussehen. Das heißt, dass man keine Bläschen am Maul, die auf eine Atemwegserkrankung hinweisen können, oder Außenparasiten wie Milben erkennen kann.


Des Weiteren sollte man auch auf natürliche Veränderungen wie eine anstehende Häutung oder - bei verpaarten Weibchen – typische Schwangerschaftsmerkmale achten. Wir vermerken für jedes Tier alle Zustandsveränderungen, die bei eventuell auftretender Krankheit dem Tierarzt hilfreich sein können. Wer mehrere Königspythons hält, möchte selbst sicherlich auch eine ausführliche Dokumentation zu jedem Tier haben.


Regelmäßige und unregelmäßige Reinigungsarbeiten

Bei der Reinigung der Umgebung ist der Königspython wirklich äußerst pflegeleicht. Schlangen sind generell schon sehr saubere Tiere, entsprechend ist der Bedarf der täglichen Reinigung – mit Ausnahme der Wasserschale – nicht gegeben. Lediglich Verunreinigungen, die bei der täglichen Sichtkontrolle auffallen wie z.B. Kot und Kotrückstände an der Inneinrichtung sollten sofort entfernt werden.


Der Wechsel des Bodengrunds hängt im Wesentlichen mit dem Material zusammen. Wer Holzspäne oder Rinde als Einstreu verwendet, kann sich oftmals monatelang zurücklehnen, da diese sehr saugfähig sind. Wir entfernen bei Verunreinigungen großzügig, etwa eine Hand voll, Einstreu gleich mit, da sich – bedingt durch Urin – hier die meisten der unangenehmen Gerüche befinden. Ein kompletter Wechsel des Bodengrunds ist bei uns „Nasensache“, das heißt, wir wechseln, wenn uns beim Öffnen des Behälters ein deutlicher Geruch entgegenkommt. Bei dieser Gelegenheit reinigen wir das restliche Interieur wie Verstecke, künstliche Pflanzen oder andere Gegenstände der Inneneinrichtung gleich mit.


Bei Zeitungen und Küchenpapier (nur Jungtiere) kann man diese bei Verunreinigung direkt wechseln um Geruchsbildung nahezu gänzlich zu vermeiden.


A und O: relative Luftfeuchtigkeit

Eine handelsübliche Drucksprühflasche hilft bei der Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit spielt bei der Haltung von Königspythons eine wichtige Rolle. Hier hört und liest man bei der Python regius Haltung immer wieder andere Werte für die optimale Luftfeuchtigkeit. Eine ultimative Antwort haben wir nicht parat, wir können lediglich berichten wie wir es machen.


Grundsätzlich versuchen wir die relative Luftfeuchtigkeit tagsüber bei 50 bis 60% und nachts bei 60 bis 70% zu halten. Hierbei muss man eine Sache verstanden haben: die Luftfeuchtigkeit verhält sich relativ zur Lufttemperatur, daher der Name „relative Luftfeuchtigkeit“. Das heißt, dass die wir um die – grob geschätzt – 10% Anstieg der Luftfeuchtigkeit in der Nacht nicht durch Wasservernebelung (sog. „sprühen“) erreichen, sondern das passiert ganz von selbst. Warme Luft kann mehr Wasser pro Kubikmeter aufnehmen als kalte Luft. Bei der nächtlichen Absenkung der Temperatur steigt die relative Luftfeuchtigkeit also automatisch.


Zur Anhebung der relativen Luftfeuchtigkeit eignet sich eine Drucksprühflasche aus der Tierhandlung oder jedem beliebigen Baumarkt (Gartenabteilung). Wir verwenden zum Sprühen immer frisches, warmes Wasser, da sich dieses leichter „in Luft auflöst“, wir wollen ja die Luft mit Wasser anreichern, nicht den Boden. Wie häufig man sprühen muss, hängt von einigen Faktoren ab. Die Umgebungsluft und Temperatur spielen hier eine entscheidende Rolle. Bei uns ist es ausreichen 1mal die Woche Wasser zu vernebeln. Wer nicht – wie wir – ein ganzes Zimmer für seine Reptilien hat, wird sehr wahrscheinlich öfter sprühen müssen. Beim Sprühen achten wir darauf, dass zum einen nicht das ganze Terrarium unter Wasser steht und zum anderen auch darauf, dass der Boden trocken ist, bevor man sprüht.


Von Vernebelungsanlagen oder Regenanlagen halten wir beim Königspython nicht für erforderlich, gerade bei Ultraschallneblern besteht die Gefahr einer Atemwegserkrankung.


Schlangenfütterung!
Königspython frisst eine Maus

Wie jedes Lebewesen muss auch ein Königspython regelmäßig fressen. Ob nun Frostfutter oder lebendige Nager bleibt erst einmal jedem selbst überlassen. Wir füttern bevorzugt und überwiegend Frostfutter, jedoch haben wir auch einige Python regius im Bestand, die lieber lebende Futtertiere vorziehen.


Je nach Größe und Alter der Schlange variieren Fütterungsintervalle und Größe des Futtertiers. Die ideale Größe des Futtertiers richtet sich dabei nach dem Umfang der Tiere, sowohl Schlange als auch Nager. Die ideale Größe liegt dann vor, wenn das Futtertier einen gleichgroßen oder leicht größeren Umfang hat als der Königspython, gemessen jeweils an der dicksten Stelle.


Die Fütterungsintervalle werden mit dem Alter des Python regius immer größer. Während Jungtiere noch alle 5 bis 7 Tage etwas zu fressen bekommen, füttern wir unsere subadulten Tiere alle 7 bis 10 Tage, sowie unsere adulten Tiere alle 14 Tage mit einem Futtertier in der entsprechenden Größe.


Tierärztliche Untersuchungen und Kotproben des Python regius
Tierarzt mit Stethoskop

Bei einem neuen Tier aus fremder Hand sollte – neben der obligatorischen Quarantäne – eine (frische) Kotprobe von einem entsprechenden Labor untersucht werden. Art und Umfang der Tests können je nach Anbieter variieren. Ein Basischeck ist schon für ca. 20 Euro zu haben. Eine regelmäßige Kotprobe kann man machen, muss man aber nicht.


Tierärztliche Untersuchungen sind nur bei Bedarf notwendig, dann aber auch so schnell wie möglich. Das heißt, wenn der Python regius auffällig aussieht (Abmagerungen, Außenparasiten, Schleim am Maul, etc.) oder sich auffällig verhält (liegt in Wasserschale, monatelange Futterverweigerung, etc.), nicht lange fackeln, direkt zum Tierarzt … lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.


Königspython-Handling
Python regius auf der Hand

Das Thema gehört nur bedingt zur Pflege von Königspythons, jedoch möchten wir das Handling, also das Herausnehmen der Schlange, kurz erwähnen. Wie oben bereits geschrieben, hat der Python regius einen großen Schutz- und Ruhebedarf, entsprechend muss man jedes Handling durch den Halter als Störung des Tieres ansehen. Das heißt natürlich nicht, dass man die Tiere gar nicht herausnehmen sollte, jedoch muss man sich vor Augen halten, dass Königspythons keine Schmusetiere sind.


Das Handling hat natürlich auch Vorteile. Häufiger gehandelte Tiere sind oft wesentlich entspannter auf der Hand als andere Artgenossen, die nur gelegentlich im direkten Kontakt mit dem Mensch kommen. Durch den direkten Kontakt lassen sich Verhalten und physische Veränderungen ebenfalls leichter erkennen.