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Rackhaltung: Die alternative Haltungsmethode aus den USA

Eine alternative Haltungsmethode bei der Unterbringung von Reptilien ist die Rackhaltung. Diese Art der Haltung ist ursprünglich bei den Züchtern verschiedenster Reptilien aus den USA entstanden und seit einigen Jahren zunehmend weit verbreitet. Auch hier in Deutschland erfreut sich die Haltung von Schlangen - speziell Python- und Natternarten - in Racks bei Züchtern immer größerer Beliebtheit.


Im Grunde genommen ist ein Rack nichts anderes als eine Art beheizter Schrank für Reptilien der mit schubladenartigen Behältern ausgestattet ist. Gerade für Tiere, die idealerweise einzeln gehalten werden sollten, bietet die Rackhaltung eine optimale Grundlage.


Grundaufbau eines Racks

Rackkorpus mit großen Schubladen

Der Grundaufbau eines Racks ist dabei denkbar einfach. Ein regal- bis schrankartiger Korpus halten mehrere Schubladen einfach zugänglich beieinander. Je nach Anbringung der Heizquelle werden die Schubladen auf Schienen gehalten (Heizung unterhalb der Schublade) oder sind stehend auf einem Regalboden (Heizung an der Rückwand) angebracht. In jedem Fall schließt die Schublade oben bündig ab, sodass es keine Öffnung bei eingeschobener Schublade gibt durch die der Bewohner durchpassen würde.


Das Material des Korpus besteht in der Regel aus Holz, aber auch exotische Varianten aus Plastik sind vertreten. Einige wenige – meist im professionellen Bereich eingesetzte – Racks bestehen aus Metall.


Wer ein Rack betreibt, sollte sich auch um die Isolierung Gedanken machen. Gerade in nicht durchgehend hoch temperierten Räumen empfiehlt es sich Rück- und ggf. auch Seitenwände mit Styropor oder ähnlichem zu isolieren um Stromkosten zu reduzieren.


Schubladen als alternativer Lebensraum

Honeybee Königspython in Rackschublade

Die Einrichtung der Schublade richtet sich in erster Linie natürlich nach den Bedürfnissen des Reptils. Im Falle eines Königspython ist die Einrichtung ziemlich schlicht: Bodengrund, Höhle, Wasserschale. Das war’s. Art und Umfang sind analog zur Terrarienhaltung und praktisch ist hier ebenfalls besser als ästhetisch.


Die Heizung ist üblicherweise mit dem Korpus verbunden und heizt die Schublade von außen. Ob Heizkabel oder Heizmatten zum Einsatz kommen ist in erster Linie Geschmackssache. Auch die Anzahl der zu beheizenden Schubladen hängt von Größe und Leistung des Heizelements ab. Wer für jede Schublade ein einzelnes Heizelement schaltet, kann entsprechend kleinere Heizungen kaufen. Umgekehrt, wer mehrere Schubladen mit einem Heizelement schaltet, sollte zu einer leistungsstarken Heizung greifen.


Ein Temperaturgefälle erreicht man bei Unterbauheizungen dadurch, dass das Heizelement etwa 1/3 der Grundfläche der Schublade beheizt. Durch die kühlere Umgebungsluft entsteht somit automatisch ein Temperaturgefälle, sodass der Bewohner sich – wie im Terrarium auch – die für ihn angenehmste Stelle aussuchen kann.


Die Einschübe bzw. Schubladen bestehen meist aus Plastikwannen. Diese sind sehr leicht, einfach zu reinigen und langlebig. Für ausreichend Belüftung sorgen Bohr- oder Lüftungslöcher, die in die Schubladen oder den Deckel gebohrt sind.


Geeignete und ungeeignete Arten und Gattungen

Rackkorpus mit kleinen Schubladen

Der Königspython ist – wie andere Boden- und Höhlenbewohner auch - besonders geeignet für die Rackhaltung. In freier Wildbahn wird man selten, wenn nicht sogar gar keine, Python regius in luftiger Höhe finden. Neben den fehlenden Versteckmöglichkeiten ist auch die Anatomie des Königspythons nicht auf gefährliche Klettereskapaden ausgelegt.


Man liest auch immer wieder, dass Königspythons im Rack deutlich besser ans Futter gehen. Wir haben diese Theorie mit unseren Tieren geprüft und haben teilen diese Meinung. Das liegt – unserer Meinung nach – daran, dass die Haltungsparameter wie Luftfeuchte und Temperatur sich leichter einhalten lassen, als im Terrarium. Positiv auf die Fresslust wirken sich sicherlich auch einige Nebeneffekte aus, beispielsweise der besondere Schutzbedarf wird durch die dauerhafte Abdunkelung (im Königspython Rack gibt’s kein Licht), verbunden mit meist nur einer offen Frontseite deutlich positiv beeinflusst.


Weniger geeignet sind beispielsweise Baumpythons, die besonders auf die Höhe und den damit verbundenen unterschiedlichen Temperaturen angewiesen sind. Generell kann man sagen, dass alle Reptilienarten ungeeignet sind, die in der Natur auch auf Höhe angewiesen sind. Kurz gesagt: Alle nicht ausschließlich bodenbewohnenden Reptilien sind für die klassische Rackhaltung gänzlich ungeeignet.


Rackhaltung von Reptilien in Deutschland

Vorsicht: Auf die durch das TierSchG (BNA) geregelten Anforderungen an erforderliche Mindestgrößen sind wir bereits bei der Terrariumhaltung von Königspython eingegangen, denn genau hier liegt der Knackpunkt. Die Rackhaltung ist mit allen Anforderungen des Gesetzgebers – insbesondere der Grundfläche – vereinbar, lediglich die Höhe der Schubladen ist lässt sich bemängeln.


Leider liegt die Genehmigung der Rackhaltung nach wie vor bei den örtlichen Behörden, entsprechend sollte diese Art der Reptilienhaltung in einem deutschen Haushalt mit dem zuständigen Amtsveterinär abgestimmt werden.