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Schlangenhaut – Ein Abfall- oder nützliches Bioprodukt?

Eine unbehandelte Schlangenhaut

Der erste Gedanke an Schlangenhaut wird für Schuhe oder Taschen aufgewendet. Dabei handelt es sich allerdings um Leder. Aber es gibt noch andere skurrile Möglichkeiten abgeworfene Schlangenhaut zu verwenden, ohne das eine Schlange dafür getötet werden muss. Schlangenhalter hängen sich die Haut an die Wand um zu sehen, wie ihr Liebling von Häutung zu Häutung wächst.


Was ist das besondere an Schlangenhaut?

Menschliche Hautzellen sterben in der Regel alle 27 Tage ab und werden als kleine Hautschuppen abgestoßen. Anders als bei den Reptilien fällt dies nicht weiter auf. Menschliche Haut besteht aus Zellen, die durch fünf Schichten immer wieder nachwachsen und einzeln abgestoßen werden. Menschliche Haut kann sich besonders dehnen und wächst mit dem Körper mit. Schlangen hingegen haben von Geburt an eine bestimmte Anzahl an Schuppen, die mit der Zeit zwar größer aber nicht mehr werden. Die Schuppen bestehen aus Keratin, beim Menschen würde dies den Haaren oder Nägeln entsprechen. Da das Schuppenkleid mit der unteren Hautschicht verwachsen ist, ist es Schlangen und anderen Reptilien nicht möglich einzelne Teile abzuwerfen. Sie häuten sich daher in einem Stück.


Die Häutung bei Schlangen

Je nach Alter, Fressverhalten und gesundheitlichem Zustand häuten sich Schlangen in regelmäßigen Abständen. Eine junge Schlange häutet sich öfter als eine alte bereits ausgewachsene. Auch spielen Jahreszeiten, Paarungszyklen und Umweltbedingungen eine große Rolle. Schlangen brauchen für die Häutung viel Feuchtigkeit und ziehen sich in der Häutungsphase an feuchtere Stellen im Terrarium oder in Wetboxen zurück. Dies ist ein erstes Verhaltensanzeichen, dass die Schlange in die Häutung geht. Optisch sieht man, dass sich die Augen der Schlange für ein paar Tage trüben und die Haut grau erscheint. Viele Schlangen sind in dieser Zeit nervöser als sonst, da sie sehr verletzlich in der Phase der Häutung sind. Sieht man keine Trübung mehr, dann dauert es nicht mehr lang und die Schlange fängt an ihre Haut von der Nasenspitze bis zum Schwanz wie einen Socken aufzurollen und abzustreifen. In der Regel geschieht dies ohne Komplikationen.


Schlangenhaut in der Kunst

Ein Drache mit gemalt mit echter Schlangenhaut

Bastler zum Beispiel verwenden die Haut als Struktur beim Malen (s. Bild). Dafür braucht man zum Beispiel eine Leinwand, auf die man eine Form mit Bleistift vorzeichnet. Dann wird die getrocknete Schlangenhaut, nicht das Leder, eingeweicht und auf die Vorlage gelegt. Die Haut trocknet dann an Ort und Stelle und verbindet sich so mit der Leinwand. Die Leinwand kann dann mit Acrylfarbe ausgestaltet werden. Als Wandstruktur kann man sich das auch vorstellen.


Schlangenhaut als kosmetische Verzierung der Fingernägel
Maniküre mit tierischem Produkt

Der neueste Schrei der Hollywoodstars: Kosmetische Behandlungen mit Schlangenhaut. Der Trend ist es sich die Schlangenhaut auf die Fingernägel zu kleben und mit Nagellacken zu verzieren. In einem professionellen Nagelstudio kostet de Spaß satte 300 Euro. Oftmals werden als kostengünstige Alternative zu echter Schlangenhaut einfach künstliche Hautfetzen herangezogen, das Verfahren bleibt aber das gleiche.


Egal ob künstlich oder echt: Bei beiden geht es in erster Linie um die Struktur, die den Nägeln verliehen wird. Die anschließend aufgetragene Farbe verdeckt die natürliche Schönheit eines Natternhemdes, lediglich kleine 'Wölbungen' auf den Nägeln lassen auf den kostspieligen Zusatz deuten.

Schlangenhaut als Zusatzstoff in Seife
Seife aus eigener Schlangenhaut

Andere schwören darauf, dass in gesunder Schlangenhaut viele wertvolle Keratine enthalten sind. Diese sollen zu einer Verjüngung der Haut beitragen. Schlangenhaut aufgelöst in einer alkalischen Lösung kann zum Seifenkochen verwendet werden. Die Seife produziert einen weichen seidigen Schaum und eignet sich gut bei trockener Menschenhaut.


Wir haben uns ebenfalls schon an der Verwertung unserer Häute in Seife gewidmet. Den ganzen Beitrag dazu finest du hier.